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Sammeltechniken

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Anlegen einer Fotosammlung

Das Anlegen einer Fotosammlung, ist durchaus schwieriger als das Anlegen eines Schaukastens. Und doch sehe ich, mit Freuden, daß immer mehr Leute die Schmetterlinge, Puppen und Raupen auf Fotos bannen.
Wer schon einmal versucht hat, einen Schmetterling in freier Natur zu fangen, kann sich etwa Vorstellen wo die Probleme anfangen. Es gibt leichte und schwierige Objekte, die sich je nach Witterung und Umwelteinfluß unterschiedlich verhalten.
Wichtig beim Fotografieren ist das "Anschleichen". Mit vorsichtigen langsamen Bewegungen wird man dem ausgewählten Falter schon mal ganz Nahe kommen. Bei mehreren Falten, die auf einem blühenden Strauch sitzen, kann schon ein aufgescheuchter Falter alle anderen mit vertreiben.
Erforderlich:
Eine Kamera (vorzugsweise eine Spiegelreflexkamera), eventuell verschiedene Objektive, Notizblock bzw. Notizheft, Stativ, Lockmittel, für Raupenfotos ein klein Spatel.

Als Lockmittel lassen sich einfache Aromastoffe benutzen (Anis, Rum, Vanille, ...). Diese werden auf eine Blüte, an einem Baum oder auf dem Boden verteilt. Immer nur ein Aromastoff benutzen, sonst läßt es sich nicht mehr feststellen, welcher Falter von welchem Stoff angelockt wird. Aber auch Mischungen sind teilweise nützlich.

Ein anderes Lockmittel kann man selber herstellen:
Ein Apfel wird in der Mitte geteilt, etwas ausgehöhlt und mit Malzbier aufgefüllt. Am besten wirkt dieser "Köder", wenn er der direkten Sonnenbestrahlung aussetzt ist. Die Falter sind zum Beispiel Trauermantel, Admiral und auch Schillerfalter.

VORSICHT: Bei süßlichen Aromen, werden auch Wespen und Hornissen angezogen, daher immer langsame Bewegungen.

Der Vorteil der Lockmittel, man braucht nur Geduld, es muß nicht nach geeigneten Plätzen gesucht werden und die Kamera wird schon vorher in die richtige Position gebracht. Als kleines Extra werden auch anderen Insekten damit angezogen.

Die besten Tageszeiten zum Fotografieren von Tagfaltern sind die Vormittagsstunden und die Abenddämmerung.

In den Vormittagsstunden sind die meisten Falterarten träge und müssen sich erst von der Sonne wärmen lassen. Das ist auch die beste Zeit die Falter mit geöffneten Flügeln auf Steinen, Wegen, Blüten und und und, zu fotografieren.

In der Abenddämmerung werden vor allem Bläulinge an Grashalmen entdecken. Das ist eine gute Möglichkeit die Unterseite der Falter zu sehen und "einzufangen", da die Bläulinge zum größten Teil nur durch die Unterseite einwandfrei bestimmbar sind. Um auch die Vorderseite sehen zu können, wird ein einfacher Trick angewendet. Durch leichtes anpusten auf die Flügel, wird der Falter abflugbereit sein und öffnet so die Flügel. Wenn er keine Gefahr sieht schließt er sie wieder und es kann schon vorkommen, daß der Auslöser nicht rechtzeitig betätigt wird. Übung macht den Meister ;-)} .

Um Nachtfalter zu fotografieren, werden einfach die Mittel zu Hilfe gezogen, die unter Fang der Schmetterlinge / Nachtfang beschrieben werden. Auch können wiederum Lockstoffe eingesetzt werden. Einige Nachtfalter zeigen keine Reaktion auf Licht, wie zum Beispiel der Windenschwärmer.
Eine ausreichende Ausleuchtung verhindert ungewünschte Schatteneffekte, wo schon kleine Einzelheiten verschwimmen können.

Um nach dem Entwickeln nicht alles nachher Dokumentieren zu müssen, oft mit großen Schwierigkeiten, sollte immer ein Notizbuch mitgeführt werden. Darin stehen wichtige Einzelheiten wie Film, Nummer, Datum, Uhrzeit, Witterung, Ort, Methode, Objektiv, eventuell Pflanze (wichtig bei Raupen) und anderes. Auf der Fotorückseite können später die Aufzeichnungen und die Falterart notiert werden und sind jederzeit schnell zur Hand. Die Form wie die Fotos abgelegt werden ist verschieden und kann von jedem ganz individuell gelöst werden.

Die schönste Fotosammlung ist die Dokumentation von der Raupe zum Schmetterling.
Dafür benötigt man eine Zucht, wo die gefundene Raupe gezogen wird. Hilfen sind in den Abschnitten Suche und Züchtung zu finden. Die Raupe wird nun in einzelnen Zeitabständen (ca. wochenmäßig) abgelichtet, bis zur Verpuppung und zum schlüpfenden Falter.
Beachtet werden sollte: die Raupe niemals mit der Hand auf eine Pflanze setzen. Sie sollte mit einem Hilfsmittel oder direkt mit dem Pflanzenteil umgesetzt werden. Durch die an der Hand befindlichen Bakterien und/oder Pilze können die Raupen infiziert und getötet werden.

Wie sehe ich an der Puppe wie der Falter schlüpft?

Für jeden Falterfreund ist der Schlupf eines Falters der Preis für sein Pflegen und Warten. Doch woran erkennt man rechtzeitig, daß der Falter kurz vor dem Schlupf steht? Die Antwort enthält das genaue Beobachten der Puppe. Wenn die Puppe durchsichtig wird und der fertige Falter schon durchschimmert, dauert es nicht mehr lange. Es ist aber nicht die sicherste Methode, da niemand die Zeit hat, sich den ganzen Tag vor die Puppe zusetzten und zu wartet. Es ist auch völlig unnütz, der Falter hält sich nicht an uns und er wartet nicht bis wir fertig sind ;-)}. Im günstigsten Fall sind immer noch mehrere Falter zu ziehen, die Chance den Schlupf zu Dokumentieren ist viel größer.

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