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Züchtung von Schmetterlingen

Zucht allgemein , Zuchtgeräte , Eizucht , Zucht von Raupen , Futter , Raupenkrankheiten , Zucht in der Haube , Verpuppung , Überwinterung , Treibzucht , Falterschlupf , Zuchtmaterial , Zucht von Bären , Zucht von Schwärmern , Zucht von Spinnern

Eizucht

Der Boden eines kleinen Zuchtglases wird mit einem passend zugeschnittenen Stück Filter- oder Löschpapier bedeckt, auf das man l bis 2 Strähnen Holzwolle legt. Die Eier werden mit der Unterlage oder, falls lose, mittels eines weichen Pinsels in das Glas gegeben, das durch festes Papier oder dichten Stoff und dem Pappring verschlossen wird. Täglich die Eier beobachten, die sich vor dem Schlüpfen verfärben (meist blau bis grüngrau). Sind die Räupchen geschlüpft, Futter ins Glas legen. Besser: Frischgeschlüpfte Räupchen mit feuchtem, weichem Pinsel in kleines Zuchtglas umsetzen, damit noch ungeschlüpfte Eier mit dem Futter nicht in Berührung kommen. Täglich frisches Futter reichen. Nasse oder feuchte Pflanzen dürfen nicht an Raupen verfüttert werden. Bei Regenwetter deswegen Pflanzen vorher abtrocknen lassen! Unbedingt Schimmelbildung und Fäulnis vermeiden. Beim Reinigen Futter und Raupen mit Pinzette in gleiches, zweites Glas umsetzen. Lose sitzende Raupen mit weichem Pinsel transportieren. Bei vielen Arten ist es vorteilhaft, die frisch geschlüpften Räupchen bis zur Futterannahme dunkel zu halten.

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Zucht größerer bis erwachsener Raupen

Der alte Streit, ob Gläser oder Zuchtkästen besser sind, ist müßig.

Vorteil der Gläser:
Futter bleibt länger frisch, hoher Feuchtigkeitsgehalt, leichte, gründliche Reinigung.
Nachteile:
Begünstigung von Schimmelbildung und Fäulnis, Mangel an frischer Luft (Sauerstoff).

Vorteil der Raupenkästen:
Gute Durchlüftung, geringe Feuchtigkeit, dadurch kaum Schimmelbildung und wenig Fäulnis.
Nachteile:
Schnelles Austrocknen des Futters, Reinigung und insbesondere Desinfektion schwieriger.

Da die verschiedenen Raupenarten bezüglich Feuchtigkeitsgehalt, Frische des Futters, Empfindlichkeit gegen Schimmel und Fäulnis sehr unterschiedlich eingestellt sind, werden in dem einen Falle Gläser, im anderen Kästen vorteilhafter sein. Die Wahl hängt allein von Beobachtung und Erfahrung ab.
Der Boden von Kästen und Gläsern wird stets mit Papier ausgelegt, wodurch bei der Reinigung die Entnahme des Kotes wesentlich erleichtert wird. Auf dieses Papier wird eine Lage von 3 bis 6 cm Holzwolle gebracht. Zu Knäueln zusammengeknülltes Papier ist ebenso zu empfehlen.
Täglich füttern und Behältnisse reinigen, sobald zuviel vertrocknetes Futter oder größere Kotmengen usw. sich angesammelt haben.
Viele erfahrene Züchter stehen dem oft empfohlenen Verfahren skeptisch gegenüber. Futterzweige zwecks Frischhaltung in kleinen Flaschen mit Wasser in das Raupenbehältnis zu stellen. Bei einigen Arten gelingt die Zucht, bei anderen nicht, einige Züchter haben damit Erfolge, bei anderen misslingt jeder Versuch. Hier müssen noch weitere Erfahrungen gesammelt werden!

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Zur Futterfrage

Jeder Züchter erhält gelegentlich Raupen, deren Futterpflanze er nicht kennt bzw. nicht beschaffen kann. Manchmal nehmen solche Tiere ein Ausweichfutter an. Dafür hat sich als geeignet erwiesen:

Schneebeere (Symphoricarpos)
Trauerweide
Taubnessel (Lamium album)
Ginster
Heidelbeerkraut
Löwenzahn
Flieder
Liguster
Spinat
Mangold

Solchen Tieren sind stets mehrere Futterarten vorzusetzen. Fraßstellen genau beobachten!

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Raupenkrankheiten

In der Gefangenschaft treten leider manchmal Raupenkrankheiten auf, besonders bei Massenzuchten. Perlschnurkot - die Kotballen sind durch dünne Schnur verbunden -, gelblicher oder rötlicher Ausfluss aus dem After, verklebtes Afterende, Fressunlust verbunden mit Fettglanz der Raupen - diese und ähnliche Erscheinungen sind Zeichen schwerer Erkrankungen. Heilung in den seltensten Fällen möglich.

Empfehlung:
Gesamten Kasten - oder Glasinhalt verbrennen. Behältnisse, besonders die Kästen, mit Formalinlösung oder Karbolwasser gründlich auswaschen.

Es besteht stets Ansteckungsgefahr für andere Zuchten. Scharfe Trennung.
Hände peinlich waschen!

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Zucht in der Haube

Besonders günstig für eingetopftes Futter:
Stiefmütterchen
Wolfsmilch
Gräser
Labkraut
und andere

Vorsichtig mit dem Gießen. Im allgemeinen ist Feuchtigkeit nachteiliger als Trockenheit!
Statt Hauben können ebenso Gläser und Kästen benutzt werden. Dann wird das Unterteil mit Papierbogen, Holzwolleschicht oder Papierknäueln ausgelegt. Diese Methode ist besonders für Zuchten von Tagfaltern geeignet.

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Vorbereitung der Verpuppung

Für den Erfolg einer Zucht ist es ausschlaggebend, dass den Raupen eine ihnen entsprechende Verpuppungsmöglichkeit geboten wird und die Puppen richtig behandelt werden. Viele Tagfalterraupen verwandeln sich zur Puppe an Zweigen, Ästen, Rinde, Planken, Zäunen oder Gestein, wobei sie sich an der Unterlage durch ein Sitzkissen am Körperende und einen Faden um die Brust verankern (Gürtelpuppen). Zieht man solche Raupen in Gläsern, so müssen zur Verpuppung Äste, Zweige oder Rindenstücke eingelegt werden. Vorteilhafter ist es, solche Arten in Kästen zu ziehen. Gürtelpuppen, die an den Kästenwänden verankert sind, verbleiben dort, bis die Falter geschlüpft sind.
Manchmal können diese Puppen nicht an Ort und Stelle bleiben. Diese werden vorsichtig mit einer Rasierklinge entfernt. Eine Papietüte wird wie ein kleiner Filter zusammengerolltgerollt. Hier wird die Gürtelpuppe eingelegt und mit einer Nadel an der Wand des Puppenkastens befestigt.
Die Puppen an Zweige, Äste oder Rindenstücke können direkt an den Wänden des Puppenkastens aufgehängt werden, indem durch die Unterlage eine Nadel gesteckt wird, die man in die Kastenwand sticht.

Gürtelpuppe
Aufhängung im Puppenkasten
Stürzpuppe

Die Raupen anderer Tagfalterarten hängen sich freischwebend an Ästen, Stämmen und vielen anderen Plätzen durch ein Gespinstkissen am Hinterende auf (Stürzpuppen). Bei der Zucht dieser Raupen ist für die Verpuppung der Tiere jedes Behältnis, dessen Verschluss sich oben befindet, ungeeignet, also auch unser üblicher Raupenkasten. Für diese Zuchten ist nur ein Kasten mit Seitentüren verwendbar, damit sich die Raupen am Deckel ungestört verpuppen können. Die Puppen bleiben am Ort, bis die Falter geschlüpft sind.

Ganz anders erfolgt die Verpuppung bei den Spinnern. Die Raupen dieser Gruppe fertigen in verschiedenster Form und Beschaffenheit ein Gespinst, in dem sie sich zur Puppe verwandeln. Manchmal genügen einige wenige Fäden, oft wird ein kunstvoller, sehr fester Kokon gesponnen. Dazwischen sind alle Möglichkeiten anzutreffen. Die Gespinste werden in oder an der Erde, zwischen Blättern, an Stämmen, Ästen oder Zweigen, an Steinen, Planken oder auch in Rindenspalten angeheftet. Manche Arten stellen aus zerbissenen Holz- oder Rindenstückchen außerordentlich feste Gehäuse her. All dem muss der Züchter Rechnung tragen. Im allgemeinen sind für Spinnerraupen, die vor der Verpuppung stehen. Holzkästen zweckmäßig. Kennt der Züchter die Gewohnheiten der Art, wird er ihnen durch Beigabe von Ästen, Rindenstücken, trockenem Laub (Buchenlaub bevorzugen, da es nicht schimmelt!) oder durch Bedeckung des Bodens mit Sägespänen, Holzwolle oder Papierknäueln entsprechen. Ist die Verpuppungsart unbekannt, bietet man den Raupen gleichzeitig alle diese Möglichkeiten. Die meisten Raupen werden allerdings in Winkeln und Ecken des Kastens ihr Gespinst anlegen. Puppengespinste sollen soweit als möglich an ihrem Platze verbleiben. Ist das Ablösen zwecks Verbringung in den Puppenkasten unvermeidlich, dürfen die Gespinste im allgemeinen nicht verletzt werden. Bei den meisten Bärenarten wird nur der Züchter Erfolg haben, der Gespinst und Puppe ungestört belässt.

Die Raupen der meisten Arten aber verpuppen sich im Freilande in der Erde. Sie legen dort eine Höhle an oder fertigen ein Gespinst, wo sie sich zur Puppe verwandeln. Freilandverhältnisse, wie die Einwirkung von Sonne und Regen, Wind und Schnee, Bodenbakterien und viele andere Einflüsse, können wir in der Gefangenschaft niemals bieten. Deswegen verwenden wir an Stelle von Erde, die zu Schimmel und Fäulnis führen würde, ein Gemisch von Sand und Torfmull oder Sand und Sägespänen, das in einer Stärke von 5 bis 10 cm den Boden der Zuchtbehälter bedecken soll. Dieser Bodenbelag wird auf dem größten Teil der Fläche stets mit einem Bogen Papier bedeckt (allseitig mindestens 2 cm Abstand von den Kastenwänden halten!), auf den das Futter gelegt wird. Der größte Teil des Raupenkotes fängt sich auf dem Papier, kann somit leicht entfernt werden, Schimmelbildung wird vermieden und die Raupen finden Stellen, an denen sie in die Erde kriechen können. Frühestens 14 Tage, nachdem die letzte Raupe im Bodenbelag verschwunden ist, können die Puppen mit großer Vorsicht entnommen werden. Es ist zweckmäßig, das Gemisch auf einen großen Bogen Papier zu entleeren und behutsam zu durchsuchen. Puppen ertragen weder Druck noch Stoß! Die entnommenen Puppen werden in den Puppenkasten zwischen Leinwandläppchen gelegt. Die Raupen mancher Falterarten liegen mehrere Wochen in der Erde, ehe sie sich zur Puppe verwandeln, und dürfen keinesfalls vorher gestört werden.

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